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Orientierungswandern

 

kompassDas Wandern als Sport ist seit einigen Jahrzehnten groß in Mode. Immer mehr Menschen sind Freunde des zweckfreien Gehens in der Natur, und unter dem Dachorganisation Deutscher Wanderverband haben sich 57 Gebietsvereine mit ca. 600.000 Mitgliedern angesiedelt.

Im Laufe der Geschichte des Wandern von der Aufklärung bis zur Gegenwart haben sich viele unterschiedliche Formen des Wanderns herausgebildet. Wandern war schon in der Vergangenheit nicht allein durch eine sportliche Motivation geprägt. Die Sportler haben durch das Wandern weitere Ziele verfolgt, z.B. Sinnsuche im Einklang mit der Natur oder religiös motiviertes Pilgern. Moderne Formen des Wanderns sich Wanderungen, bei denen besonderes Equipment benötigt wird oder eine besondere körperliche Herrausforderung besteht, z.B. beim Barfußwandern.

Eine moderne, sehr beliebte Form ist das Orientierungswandern. Unter Orientierungswandern versteht man eine Wanderung im freien Gelände abseits ausgewiesener Wanderwege. Die Wanderer benutzen verschiedene Hilfsmittel, um sich im Gelände zu orientieren. Dieses können militärische oder topographische Karten sein, Kompasse oder ein GPS-Gerät. Ziel ist es, eine festgelegte Strecke zu wandern, dabei markierte Punkte zu passieren und ein festgelegtes Ziel zu erreichen. Je nach Wanderung gibt es an den Passierstationen Aufgaben, die die Wanderer lösen müssen.

Gewandert wird in Teams. Ein fachkundiger Anleiter führt Anfänger in die Kunst des Kartenlesens und des Navigierens ein. Je nach Lust und Ziel, wandern die Teams im Wettbewerb gegeneinander oder die Teams arbeiten gemeinsam und verständigen sich durch Funkgeräte oder anderes Hilfsmittel. Es ist immer die Leistung des Teams, die im Fokus steht.

Eine moderne Form des Orientierungswanderns ist das Geocaching. Unter Geocaching versteht man eine Schatzsuche oder Schnitzeljagd mit einem GPS-Gerät. Per Koordinaten sind überall auf der Welt Schätze, so genannte Caches, versteckt, die im Internet auf den verschiedenen Netzwerken von Geocaching zu finden sind. Caches sind meist wasserdichte Behälter verschiedener Größe, die nach unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad von Geocachern versteckt sind. Bei der Suche bestimmter Caches müssen die Spieler Aufgaben erledigen oder Rätsel lösen, um am Ende die nötigen Koordinaten für die Suche nach einem kleinen Schatz zu bekommen. Meist ist die Suche mit einer kleinen Wanderung verbunden.

Orientierungswandern kann jeder. Je nach körperlicher Fitness können Strecken ausgewählt und per Hilfsmaterial geplant werden. Auch der Schwierigkeitsgrad der Orientierungs- und Navigationsaufgaben kann variiert werden. Orientierungswandern ist ein gutes Mittel, ein Team zu stärken und Gruppenprozesse in Gang zu setzten. Daher werden Orientierungswanderungen in der Erlebnispädagogik als didaktisches Mittel genutzt, um Gruppen von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen zu stärken und Entwicklungsprozesse zu initiieren.

Orientierungswanderungen werden von vielen Ortvereinen und Wandervereinen organisiert. Auch im Urlaub kann man diese spannende Form der Wanderung ausprobieren, denn viele Anbieter von Wanderreisen oder Outdooraktivitäten haben Orientierungswanderungen im Programm.